Ein magischer Augenblick

Ein Gedicht von Ingrid Bezold
Er sitzt noch immer an der Bar.
Seit Stunden spricht er in sein Glas;
fährt sich dabei ins schüttre Haar -
sucht sie, die seine Augen las.

Da war etwas, das ihn berührte.
Ihr Mund, ihr Gang ihr dunkles Haar -
ihr tiefer Blick, der fast verführte
signalisierte ihm Gefahr.

Einsam und zweifelnd an sich selbst
bestellt er sich das sechste Bier
und während er Gedanken wälzt,
spielt Jonny `Smile´ auf dem Klavier.

Er nimmt den letzten Schluck und geht.
Versunken tritt er in den Morgen.
Nasser Asphalt leer gefegt -
die laute Stadt wie ausgestorben.

Im Nebeldunst die Silhouette:
ein rotes Kleid im Straßenlicht
lackglänzend eine Stiefelette...
Sein kurzer Traum vom Glück zerbricht.

*
(C) Ingrid Bezold

Informationen zum Gedicht: Ein magischer Augenblick

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26.03.2026
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