Stille

Ein Gedicht von Martina Anders
Irrelevanz, du schreist vor lärmender Geschäftigkeit,
speist abstruse Worte der Geschwätzigkeit,
die niemand hören will, doch jeder ausspricht.
Und so reden wir unaufhaltsam, ohne etwas zu sagen.
Erzählen Alltagsbanalitäten, um vom Elendsschrei der Welt abzulenken, und vom eigenen.
Und neben dem tosenden Gebrause unserer Begierden,
dem unnütz kreischenden Palaver unserer Zusammenkunft,
schreien wir uns Nähe in die fernen Seelen und bleiben doch allein.

Dem allen überdrüssig, bleibt sie mir einzig ewig Geliebte.
Sie, die mich zu stillen vermag,
im Kreislauf meiner bedeutungslos verrinnenden Tage.
Im endlos klagenden Zyklus meines Seins ist sie es,
die mich rettet,
aus gröhlend schwarzen Gedankenechos,
dem schallenden Überfluss einer gestörten Welt.
Einzig ihre Flügel vermögen es,
mich schweigend einzuhüllen,
in den süßen Klang
des Nichts.

Informationen zum Gedicht: Stille

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16.01.2016
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