Ohne Dich

Ein Gedicht von Anouk Ferez
Die Sonne blutet durch die Scheiben,
doch drinnen sind die Räume kalt.
Kein munt‘rer Vogelsang erschallt:
die Stille wird mir innebleiben.

Das Mondlicht fließt durch Nachtgewänder,
dein „Gute Nacht“ verebbt im Schwarz.
Von unserem Stern tropft goldnes Harz,
mich fesseln meiner Pflichten Bänder.

Und draußen hebt was ›Tag‹ wir nennen,
bald leis und zart zu flöten an,
doch wallt die Wehmut grau heran,
da wir uns nicht umarmen können.

So wird die Nacht uns stets zerreißen,
sind leichte Beute für das Tier,
das ›Sehnsuchtsschmerz‹ geheißen:
Denn du bist dort – und ich bin hier …

© Anouk Ferez / 3-2016
[ildü vbb]

Informationen zum Gedicht: Ohne Dich

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06.03.2016
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