Unter Kirchenglocken

Ein Gedicht von Hihö
(Wider das Frohlocken der Pharisäer)


Unter verstaubten Kirchenglocken
sieht man Gläubige kläglich hocken,
während ein „Ausgewählter“ trocken
von der Kanzel darf herunterzocken.

Fehlte noch, daß der „Gute“ in der Nächte Tiefe
mit kleinen ahnungslosen tumben Buben schliefe.
„Nix da, war da!“ ruft man. „Ich kann’s verbriefen!“
Wie viele auch hinter Klostermauern Hilfe! riefen.

Lang allenthalben ist die Bibel zugeschlagen,
niemand liest, was man hatte dort zu sagen.
Umsonst getötet ER! – Umsonst geschlagen!
Mit Kasteiung will man sich nimmer plagen.

Ihre Bücher kannst du getrost verbrennen
und ihren Gesang gleich „Mistzeug“ nennen.
Ihr Gezeter bringt keinen mehr zum flennen.
Mußt ihnen nimmermehr die Tür einrennen.

Leb Dein Leben! Leb dich frei!
Vergiß die öde Pfaffeneinerlei
und die ewige Seelenhudelei!
Deren Zeit ist lang vorbei!

Nochmals rate ich hier trocken:
„Scheinheiliges Gefasel darf dich nicht locken!
Brauchst unter verstaubten Kirchenglocken
nicht länger mehr zu herum zu hocken!


Copyright © da Hihö
1972


1)
Oh lieber Hihö,
wie gut mir Dein Mut tut, das hier zu schreiben.
Diese oft so verlogene Brut darf es immer weiter treiben,
ohne daß ein Gericht sie darf verurteilen.
Doch auch sie müssen einmal vor dem höchsten Richter stehn,
wenn sie nicht gleich in die Hölle fahren oder gehn.
Liebe Grüße Inge Wamser

Informationen zum Gedicht: Unter Kirchenglocken

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16.09.2020
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