Sehnsucht eines verhinderten Jünglings

Ein Gedicht von Hihö
Weite Fluren, freie Auen
gar zu gern möcht’ ich euch schauen
und horchen auf der Wiesen Lieder
wenn Felder wiegen auf und nieder,
gebeugt von Wind und Regenschauern.
Doch noch so lange muß ich trauern
bis der Tag heran wird kommen,
der wieder bringt, was mir genommen.

Wieder durch die Wälder gehn,
sorgenlos an Bächen stehn.
Hin- und hergewendet lauschen,
sinnend vor mich hin zu plauschen.
Baden gehen an den See,
trocknen dann im frischen Klee.
Tanzen, lachen, wieder singen,
scherzend mit den Freunden ringen.

Frauen lieben, Bücher lesen,
Liebe kaufen trotz der Spesen.
Autos fahren, Unsinn treiben,
ab und zu vom Teppich steigen.
Wieder lange Haare tragen,
nicht zuerst die andern fragen.
Lang und struppig, blond und wild,
daß der Wind mit ihnen spielt.

Enge Hosen, karierte Röcke,
wirbeln wieder Schlagzeugstöcke.
Progressivsound anzuschalten.
In den eignen Wänden walten.
Grüne Lichter, rote Kreise,
das wär eine and’re Weise.
Echolette, Rockakkorde
High sein wieder mit der Horde.

Durchgedreht sein bei der Feier,
ausgelassen auch als Freier.
Mädchen küssen und verführen,
immerzu nach ihnen spüren.
Liebe schenken, Liebe geben,
morgens erst sich schlafen legen.
Einmal wieder lustig sein!
Leben komm! Sei endlich mein!


Copyright © da Hihö
1967

Informationen zum Gedicht: Sehnsucht eines verhinderten Jünglings

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12.01.2019
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