SAPPERLOT

Ein Gedicht von Ulrich Lang
Ich führ Aufsicht hier, bin still,
jeder tut gern, was er will,
irgendwie macht´s keinen froh,
doch der Chefarzt will das so.

Ein Patient, der redet flott
und genannt wird "Sapperlot",
turnt schon wieder hier herum
und quatscht an mich, dreist und dumm.

"Sonnenstrahlen auf dem Mond,
sapperlot, sind ungewohnt,
wer dort rumliegt, weich und bleich,
dirbt und stirbt in jenem Reich."

Sapperlot, was zeigt die Uhr,
es sind fast 3 Stunden nur,
bis zum Ende vom Arrest,
und ich werde abgelöst.

Dieser Typ, er quatscht mich krank,
dazu kommt noch sein Gestank,
sapperlot, ich bin entsetzt,
wie komm ich denn klar hier jetzt?

Fest und starr ist jede Tür,
es gibt kein Entkommen hier,
doch kommt wohl auch kaum wer rein,
sollte mal ein Notfall sein.

Dieser Typ, er löscht das Licht,
knipst am Schalter, gleich hier bricht
voll die Dunkelheit herein,
sapperlot, das darf nicht sein.

Jetzt ein Lichtkreis, fahl und rund,
breitet aus sich auf dem Grund,
dann der Kranke schlägt mich prall
an den Kehlkopf, und ich fall

auf den Boden, welche Pein.
Nun ein Taschenlampenschein
leuchtet über meine Brust,
eine Stimme singt voll Lust:

"Sonnenstrahlen auf dem Mond
sapperlot, sind ungewohnt,
wer dort rumliegt, weich und bleich,
dirbt und stirbt in jenem Reich."

Informationen zum Gedicht: SAPPERLOT

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25.08.2017
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Ulrich Lang) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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