Mit Erich Kästner im Cafe´

Ein Gedicht von Ingrid Bezold
Du bist - ganz allgemein gedacht -
nicht wirklich schön. Zum Glück.
Warum hab ich zurückgelacht...
es war wohl dein verschmitzter Blick.

Zwischen den Stühlen, im Eckcafe´
erzähltest du aus deinem Leben.
Ich rührte dabei den Kandis im Tee
und fühlte es sacht in mir beben.

Es lärmt der Spiegel an der Wand
und bis zur Taille warnt das Herz.
Die Zigarette in deiner Hand -
dein Knie an meinem. Im März.

Es ist dein Geschick, mit Worten zu spielen,
das dich erstrahlen lässt, wenn du sprichst.
Ein Leichtes für dich, die Frau´n zu erzielen,
denen du irgendwann Herzen dann brichst.

Lieber E. K., ich hab dich durchschaut.
Dem Mann, der mich liebt, bleib ich treu.
Das Denken an dich wärmt mich unter die Haut.
Ich will keinen Tag, den ich später bereu´.

*

Nun ist es halb Sieben. Der Wecker schellt.
Tschüss, lieber Erich - mein nächtlicher Held.


(C) Ingrid Bezold

Informationen zum Gedicht: Mit Erich Kästner im Cafe´

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(2 Personen haben das Gedicht bewertet. Der Durchschnitt beträgt 5,0 von 5 Sternen)
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03.02.2023
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