Höllenfahrt

Ein Gedicht von Klaus Enser-Schlag
- bitterbös´ und rabenschwarz! -

Erloschen ist das Lichtermeer,
Atomkraftwerke gibt´s nicht mehr.
Das Windrad steht im Garten still,
weil Petrus heut´ nicht blasen will…

Die Heizung hab´ ich abgestellt,
ich habe leider kaum noch Geld.
Corona nahm mir meinen Job,
mein Leben wurd´ zum Riesen-Flop.

Der Gretel hab´ ich dann gemailt,
dass mich der teure Strompreis quält.
Doch sie war gar nicht angetan
und schrieb zurück: „How dare you, Mann!“

So friere ich still vor mich hin
und suche nach des Lebens Sinn,
den ich nicht finden kann – egal -
es bleibt mir noch die eine Wahl.

Nun baumle ich vom Dachgebälk,
das Antlitz grün, die Hosen gelb.
Es ging recht schnell und klappte gut,
denn die Verzweiflung gab mir Mut.

Im rabenschwarzen Büßerhemd
spiel´ ich nun in der „Devils-Band“!
Die Hölle ist zwar nicht sehr schön,
die Hitze jedoch angenehm.

Mit Lichtschutzfaktor 1000 plus,
ist´s Fegefeuer ein Genuss!
Ich brauche hier nie wieder frier´n,
musst´ ich dafür auch erst krepier´n!

Informationen zum Gedicht: Höllenfahrt

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14.01.2022
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Klaus Enser-Schlag) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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