EINE GANZ ALLTÄGLICHE GESCHICHTE

Ein Gedicht von Marita Kaminski
Franziska entnervt am Steuer sitzt -
sie hasst es,
wenn man morgens in der Früh` schon
schwitzt!

Nicht, dass das Wetter trägt die
Schuld -
nein, für all das Gehetze
am Morgen fehlt ihr wahrlich die
Geduld!

Drei Hunde freu`n sich irre auf
den Tag,
Tochter Mariechen längst nicht die
Schnellste
und Kater Horst-Günter hat zum Fressen
auch noch `ne Frag`!

Der Angetraute derweil voller Andacht
gemütlich im Bette -
Franziska auf hundertachtzig,
sie läuft mit der Zeit um die Wette!

Ihr Laden muss pünktlich geöffnet
werden,
sie sieht schon die Kunden schrei`n -
hoffentlich bevölkern die Straßen
von Autos nicht ganze Herden!

Sie äugt zum Tacho - wieder zu schnell!
Der Stau an der nächsten Ampel
bringt etwas Ruhe, langsam wird es
hell!

Franziska lässt die Gedanken kreisen,
was ist und bleibt zu tun -
am liebsten würd` sie auf eine stille
Insel verreisen!

Von Tatort zu Tatort hechelt sie nur -
in der Absicht und im Wunsche bescheiden,
bleibt die wahre Herausforderung dennoch
immer in ihrer Spur!

Sie muss sich plagen, hetzen und zudem
fröhlich sein -
im Inneren zerrissen,
der Welt aber zuprosten mit goldenem
Wein!

Im Ungemach das Schöne noch seh`n -
Franziska beherrscht dieses Spiel
und wird mit dieser Kraft ihren Weg
immer erfolgreich geh`n!

Sie weiß zu ordnen und zu wichten
auch des Grames Glückseligkeit,
wenn sich in allem Unheil neue und
wahre Horizonte verdichten!

So gelangt Franziska voller Hoffnung
an ihr Ziel -
es bleiben Unbekannte,
aber in der Hoffnung auch Glanzpunkte
ganz, ganz viel!

Das ist wohl das Schwere in dieser Zeit,
sich dem Unheil zu stellen
und im eigenen Ich
trotzdem die Freude zu finden, wenn auch
nur ein kleines Glück steht bereit!

Informationen zum Gedicht: EINE GANZ ALLTÄGLICHE GESCHICHTE

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03.10.2013
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