Die Drei!

Ein Gedicht von Hihö
(Hirtenlied für Ungläubige
oder solche, die es noch werden wollen)


Ob es wahr ist, weiß man nicht,
doch in der Bibel steht ein Bericht
in dem es heißt: Sie mußten sehr weit geh’n!
Später hat sie niemand mehr geseh’n.

Sie gingen einfach von zu Hause fort,
wußten nicht mal nach welchem Ort.
Hatten sie etwa zänkische Frauen?
Sind deshalb nächtens abgehauen?

In Weihrauchtrance sah’n sie einen Stern.
Sie lallten: „Dem Lichtlein folgen wir gar gern,
vielleicht führt uns diese Leuchte geschwind
dorthin, wo handlichere Fräuleins sind.“

Doch gradewegs ging’s zu einem Stalle hin
mit Ochs und Esel und ’nem Kindlein drin.
Da staunten die drei Königsknaben
und kramten hastig nach Geburtsbeigaben.

Bei den Kamelen, die an Pfählen festgebunden,
ward Weihrauch, Gold u. Myrrhe schnell gefunden.
Da brüllte laut das Vieh, das Kindlein greinte,
während Maria inbrünstig vor der Krippe weinte.

Der Stern verschwand alsbald über Josefs Hütte,
und Bethlehem war ohne Licht. – Du meine Güte!
Da sind die Morgenländer so sehr verschwunden,
daß bis heut’ kein einziger wurd’ gefunden!


Copyright © da Hihö
2014

Informationen zum Gedicht: Die Drei!

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12.06.2019
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