Der Rabe

Ein Gedicht von Sylke Schön
Ein Rabe sitzt auf einem Ast
in meinem Apfelbaum
sein schwarzes Federkleid umfasst
den zarten weichen Flaum.

Traurig krächzt er flehend,
ich spreche auf ihn ein
unter dem Baume stehend
will ich sein Zuhörer sein.

Er käme zum Sommerende,
liebt dieses Obst gar sehr.
Das Beste, was er fände,
heut ist sein Bäumchen leer.

Ich eile in den Keller,
durchsuche viele Stiegen
greif’ ein paar Äpfel schneller
die wohlduftend dort liegen.

Noch immer krächzt der Rabe,
trauert den Früchten nach
ich zeig ihm meine Gabe,
die ihm ins Auge stach.

Jetzt funkeln seine Augen,
für einen kurzen Moment
möchte ich nun daran glauben,
dass uns kein Apfel trennt.

Copyright © 2019 by Sylke Schön

Informationen zum Gedicht: Der Rabe

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20.09.2019
Das Gedicht darf weder kopiert noch veröffentlicht werden.
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