Das zweite Gesicht

Ein Gedicht von Friedrich Graf
Das zweite Gesicht

Man spricht so viel von Taten,
und führt selbst keine aus,
man tut den andern raten,
und macht sich selbst nichts draus.

Man brüstet sich der Stärke,
und ist im Grunde schwach,
man prahlt mit eigenem Werke,
und äfft den Meister nach.

Man preist die eigene Tugend,
und ist mit Schmutz umfasst,
man rühmt sich seiner Jugend,
und ist schon längst verblasst.

Man freut sich seines Blutes,
und sagt „nur ich bin echt“,
man sieht an sich nur Gutes - -
und ist in Wahrheit schlecht!!!

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(© Friedrich Graf)

Informationen zum Gedicht: Das zweite Gesicht

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04.01.2015
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Friedrich Graf) für private und kommerzielle Zwecke frei verwendet werden.
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