Bis ich ward…

Ein Gedicht von Hihö
oder: Fuhrmannstreue


Gräßlich schrie die Räuberbande
Jagte all mir hinterher
In dem ledernen Gewande
Floh ich ihnen nimmermehr.

Stürzten wild sie auf mich nieder
Schlugen, – hieben auf mich hin
Noch und noch! – Immer wieder
Bis ich ward und nicht mehr bin.

Nur Gott mag des Eides mich entsagen
Das Gut getreulich stets ich hort’
Nach Hinterhaltung mag man fragen
Wo Geld und Sach? – Für immer fort!

Blessuren wurden mir zugefüget
Sie mögen mir das Zeugnis geben
Daß ich niemals hab’ betrüget
Des Fuhrlohns wird man all mir entheben.

Ach holde Frau, daß ihr mich pfleget
Daß mein Haupt den Busen spürt
All in mir sich wieder Leben reget
Bin nun dem Tode doch entführt.

Habt Dank oh Herrin für die Pflege!
Verzeiht, oh Herr, mir diese Schmach,
Daß ich nun all die finst'ren Wege
Itzo im Geleit der Knappen mach’.


Copyright © da Hihö
1992

Informationen zum Gedicht: Bis ich ward…

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13.08.2019
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