Als Peter wollte Petra sein

Ein Gedicht von Philipp O. Rönnebeck
Als Peter wollte Petra sein, war sie mit sich doch stets allein.

Der Spiegel zeigt ein Mannesbild und machte Petra teufels wild.

So kam der Spiegel auf den Speicher, doch ihr Hass, der wurde stets noch reicher.

Von Familie und Freunden war sie nun befreit und lebte dann in Dunkelheit.

Sie wurd' schnell krank im Kopf und Herzen, wollt' schnell sich lösen von den Schmerzen.

Ein letztes Mal noch hübsche machen, bevor sie nie mehr braucht, die schminke Sachen.

Im Speicher vorm Spiegel zog sie sich nun an und klebte auch die Perrücke dran.

Schön schminkte sie Ihr Gesicht, erkannt' sich danach selber nicht.

Das Bild des Mannes, wo war es hin ? Im Spiegel steht ein Weibsbild drin.

So groß und hübsch, mit langem Haar, erst wusst' sie nicht das sie es war.

Im Kopf legt sich der Hebel um, denn fand sie's plötzlich schade drum, zu beenden dieses Leben.

Erkannte sie jetzt voller Freude, ich bin ne Frau und mich darfs geben, darf wie jede andre leben.

Der Spiegel wurde schnell entstaubt und unten wieder aufgebaut.

Ihr Kopfe jetzt verstanden hat : Mein Leben findet hier jetzt statt.

Die Frau in mir ist kein Gedanke, er weist mich nicht mehr in die Schranke, bin hübsch und klug und werde streb'n zu suchen all' die Freude in mei'm Leben.

Am Ende lebte sie im Glück und mit sich im reinen, der Mann, er interessierte keinen.

Informationen zum Gedicht: Als Peter wollte Petra sein

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30.10.2018
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