Der gewöhnliche Wahnsinn

Ein Gedicht von Marita Kaminski
Die Uhren rennen um die Wette -
Luise hat es eilig
und sucht verzweifelt nur die
eine Kette!

Sie will heut` ausgeh`n, richtig
groß,
dreht sich zufrieden vor dem Spiegel -
verdammt, wo ist die Kette bloß?!

Klein Emma plärrt, der Hund jault
mit,
die Kette scheint verschwunden -
Luise stampft wütend auf bei
jedem Schritt!

Nun, dann muss `ne andere her!
Schnell, schnell, wo ist der Kram -
Frau hat in aller Regel von diesem
Zeug ja viel, viel mehr!

Jetzt hurtig Kind und Hund zu
Muttern hin -
lautes Jammern und Getöse,
solchen Umzug hatten die Beiden
mitnichten im Sinn!

Luise der Verzweiflung schon nah,
als sie ihren Augen nicht traut:
Im Hundekörbchen ein Glitzern - die
gesuchte Kette war da!

Luise nun wieder froh und entspannt,
der Abend konnte beginnen -
sie hatte wohl nur ihr Hundchen wieder
verkannt!

Ihr Fortgehen sollte nicht geschehen,
das Hundetier sah seine Vollmacht
und musste unwillkürlich an der
Kettenschraube drehen!

Luise, Kind und Hund nun wieder
vereint im Glück -
eine kleine Auszeit
und sie kehren wieder in Eintracht
und Frieden zueinander zurück!

Gesiegt hat letztendlich jene
Harmonie,
die gebaut auf Gemeinsamkeit,
trotz aller Hürden das Miteinander
verlässt nie!

Der tägliche Wahnsinn hat Jeden
im Griff -
mal ein Rauf, mal ein Runter,
entscheidend ist und bleibt wohl
allein der ganz eigene Schliff!

Das Normale wird das Besondere nur,
wenn im Gleichwohl der Taten
die eigene Moral setzt bedingungslos
ihre Spur!

Marita Kaminski - 2014

Informationen zum Gedicht: Der gewöhnliche Wahnsinn

502 mal gelesen
(Es hat bisher keiner das Gedicht bewertet)
-
13.07.2014
Das Gedicht darf nur mit einer Erlaubnis des Autoren kopiert oder veröffentlicht werden. Jetzt Anfrage stellen.
Anzeige