Für Jochen Klepper

Ein Gedicht von Jürgen Wagner
Flucht in den Tod
in höchster Not
und nichts verhehlen
sich anbefehlen

Flucht in das Weite
im höchsten Leide
und nichts mehr halten
Gott möge walten

Oder bleiben
unsäglich leiden
erniedrigt werden
und elend sterben



Für Jochen Klepper, der 1942 mit seiner jüdischen Frau und Stieftochter den Freitod der drohenden Deportation vorzog und in seinem Tagebuch zuletzt vermerkte:
„Nachmittags die Verhandlung auf dem Sicherheitsdienst. Wir sterben nun – ach, auch das steht bei Gott – Wir gehen heute nacht gemeinsam in den Tod. Über uns steht in den letzten Stunden das Bild des Segnenden Christus, der um uns ringt. In dessen Anblick endet unser Leben.“

Informationen zum Gedicht: Für Jochen Klepper

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19.10.2015
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Jürgen Wagner) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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