Der tapfere Mann

Ein Gedicht von Jürgen Wagner
Auf seiner Schulter ein Sack Mehl
Er gab sich selber den Befehl
Zu seinem weiten Weg nach Haus
Schon bald hob an ein Windesbraus

Der tobte, stürmte um ihn her
Er lief und kämpfte, doch ein Heer
Naturgewalten waren hier
Die drängten, schlugen, fällten schier

Den guten Mann, der hoch erregt
Auf einmal stillstand, tief bewegt
Die Mütze zog und neigte sich
Er rief hinauf ganz feierlich:

‚Ich grüße Dich, liebe Frau Hull
Mit Deinem ganzen wild Gezull!‘
Ein Segen kam ihm leis zurück
Er fand nach Haus – und fand sein Glück

Das Mehl ging ihnen nie mehr aus
Ein Wohlstand kam ins arme Haus
So oft die Frau gebacken hat
Gab's immer Brot – für alle satt





Nach einer Haibacher Sage zur Holle, die in den alten Erzählungen mit ihrem Gefolge in stürmischen Nächten manchmal unterwegs war. Diese weiß zu berichten, dass nach dem Stillhalten und Grüßen des Mannes sein Mehlsack zuhause nimmermehr leer geworden sei, so oft seine Frau auch gebacken hat.

Informationen zum Gedicht: Der tapfere Mann

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20.01.2016
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Jürgen Wagner) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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