Todesengel

Ein Gedicht von Desperado
Hab dich sofort erkannt,
von hinten erst gesehn,
ach Gott, wie bist du schön,
so gertenschlank und wohlgeformt,
die sanften Brüste nicht genormt,
das Haar gerade wie ein Strich
in hellem Blond betöret mich,
reicht dir hinunter an die Hüfte,
roch ich von fern auch keine Düfte,
wohlduftend hätt ich es genannt.

Und dann von vorne mir ganz nah,
dein Antlitz hell, die Brille rund,
die Nase dünn und fein der Mund,
die Stimme freundlich ohne rau,
wir kennen uns, ich weiß genau,
wo wir zuletzt uns sind begegnet,
du mich berührt und hast gesegnet,
da meine Zeit noch nicht gekommen,
hast mir mein Leben nicht genommen,
doch jetzt, ich weiß, jetzt ist sie da.

Der Tod geht lautlos übers Land,
ist unsichtbar und nicht zu spüren,
verschlossen Fenster sind und Türen,
wie leer gefegt sind Platz und Straßen,
und keiner fasst sich an die Nasen,
bevor die Hand er nicht gewaschen,
mit der er wagt kaum anzufassen,
was immer er berühren muss,
ich gäb so gern dir einen Kuss,
mein Engel, traut und wohlbekannt.

Informationen zum Gedicht: Todesengel

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21.03.2020
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Desperado) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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